Spielzeit 2026

März 2026

© Dirk Skiba

Tom Schulz

Am 19.03.2026 zu Gast im Literarischen Salon (im Rahmen der lit.Cologne)

Tom Schulz gehört zu den besten Dichtern deutscher Sprache. Seine Lyrik, so sagte es der Österreichische Rundfunk, „kündigt die Übereinkunft, wie Welt zu denken ist und was wir unter Wirklichkeit zu verstehen haben, locker auf.“ Zwölf Bände mit Poesie hat Schulz, der 1970 in der Oberlausitz geboren wurde und heute in Berlin lebt, seit den 1990er Jahren veröffentlicht, viele von ihnen wurden in andere Sprachen übersetzt. Und sie alle werfen die Frage nach dem Veränderungsaspekt von „Schöner Literatur“ auf, suchen eine Raumzeit des Humanen. In seinem neuen Band SALZ UND ERINNERN begibt sich Schulz an Orte eigener und fremder Geschichte, von der ehemaligen Stalinallee in Ostberlin nach Budapest und an die Donau. Überblendungen und Rückbilder. Das zerstörte Berlin, Nachkrieg. Serbien, dreißig Jahre nach den Schrecken des Krieges. Erinnern heißt, sich bewußt werden, es fragt nach einer Haltung zur Welt und den Dingen. Im Deutschlandfunk hieß es über sein Werk: „In dem Unvollendeten und nach allen Seiten Offenen Perfektion zu sehen, das lehrt uns Tom Schulz, ohne dabei die Gefahr zu ignorieren, in die der Mensch die Schöpfung gebracht hat.“


19.03.26, 20:00 Uhr
Karten unter: www.stadtgarten.de
VVK 22,- / erm. 18,- EUR;
AK 29,- / erm. 25,- EUR

Moderation: Guy Helminger und Navid Kermani

Die weiteren Termine:

07.05.26 - Alhierd Bacharevič
Es ist ein düsteres, zugleich poetisches Werk, das der belarussische Autor Alhierd Bacharevič uns mit Europas Hunde geschenkt hat, ein wagemutiger, politischer Roman, der in seinem Heimatland verboten und dessen Verbreitung strafbar ist. Dafür hat er letztes Jahr in Leipzig den „Buchpreis zur Europäischen Verständigung“ bekommen. Denn leidenschaftlicher könne man von Europa und seinen Abgründen nicht erzählen, urteilte die Jury. Der Autor selbst sagt, es handele sich um einen antiimperialen Roman, aber es gehe vor allem auch um die Sprache der Macht und die Macht der Sprache. Die verspielte Wildheit, mit der der 1975 in Minsk geborene Autor uns durch eine Mischung aus Zukunftsvision, Politkrimi und Dystopie treibt, hat es zweifelsohne in sich. Navid Kermani und Guy Helminger freuen sich auf diesen visionären Ritt durch die Gegenwart – und fürchten zugleich, was da vor der Tür steht.

27.05.26 (Mittwoch!) - András Visky
Es gibt Neuerscheinungen, die werden so sehr bejubelt, dass man fast skeptisch wird. „Ein solches Buch habe ich noch nicht gelesen“, schrieb Herta Müller in der ZEIT über András Viskys Roman Die Aussiedlung: „Es ist eine Sensation.“ Und Péter Nadás meinte gar: „Ein Buch, wie es kaum jemals in einem Jahrhundert geschrieben wird.“ Und dann beginnt man mit der Lektüre und weiß schon nach wenigen Seiten: Tatsächlich, es ist nichts weniger als ein Jahrhundertbuch. András Visky, Jahrgang 1957, ist ein namhafter ungarischer Dramatiker und Regisseur. Mit 65 Jahren veröffentlichte er seinen ersten und einzigen Roman Die Aussiedlung, in dem er von seiner Kindheit in der ostrumänischen Verbannung erzählt, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Die Familie richtet sich in Erdhöhlen und verlassenen Dörfern ein, der Willkür betrunkener Wärter ausgesetzt. Sippenhaft. „Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.“


Oktober 2026 - lit.Cologne Spezial
17.12.26 - Ursula Krechel

Reguläre Preise:
VVK 18€ / erm. 10€; AK 22€ / erm. 12€

Tickets für den Literarischen Salon: https://stadtgarten.ticket.io/